Chronologische Entwicklung der Volkshochschule des Kreises Olpe

 

Die Volkshochschule des Kreises Olpe (VHS) ist die vom Land Nordrhein-Westfalen anerkannte Einrichtung der Weiterbildung in Trägerschaft des Kreises. Sie hat den Auftrag, für die Bürgerinnen und Bürger der Städte und Gemeinden des Kreises Olpe ein breitgefächertes, qualitativ hochwertiges, bedarfsgerechtes und bezahlbares Weiterbildungsangebot bereitzustellen. Die Arbeit der VHS ist dem Gemeinwohl verpflichtet und orientiert sich sowohl an den gesellschaftlichen Herausforderungen, den Vorgaben von Auftraggebern und Kunden als auch an den individuellen Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger. Weltanschauliche und parteipolitische Neutralität, soziale Gerechtigkeit, Toleranz und Pluralität sind die Basis der Arbeit, die lebensbegleitendes Lernen für alle Bevölkerungsgruppen unabhängig vom Bildungs- und Sozialstatus ermöglicht und fördert.

 

Die Volkshochschulen haben von Beginn des 20. Jahrhunderts an bis in die Weimarer Zeit Vorläufer in zahlreichen sozialistisch, sozialdemokratisch oder christlich geprägten Arbeiterbildungs- und Arbeitervereinen. Diese vermitteln häufig weltanschauliche und politische Bildung ähnlich wie im Kreis Olpe insbesondere die katholischen Vereine. Nach dem Ersten Weltkrieg entsteht eine breitere demokratische Bildungsbewegung, getragen von idealistisch gesinnten Persönlichkeiten und freien Vereinigungen. Artikel 148 der Weimarer Reichsverfassung öffnet den Raum für die Förderung der Erwachsenenbildung einschließlich der Volkshochschulen. Im Kreis Olpe sind solche Bestrebungen nicht erkennbar, bis 1933 die Nationalsozialisten alle freien Volksbildungsinitiativen beenden.

 

Aus der Katastrophe von 1945 entwickeln sich auch hier Chancen für einen neuen Anfang. In Nordrhein-Westfalen schafft das Volkshochschulgesetz von 1953 erste Grundlagen für Organisation und finanzielle Förderung durch Land und Kommunen, doch bleibt die Weiterbildung eine freiwillige Aufgabe der Selbstverwaltung. Am 20. September 1961 beschließt der Kreistag die Errichtung einer Volkshochschule für den Kreis Olpe. Im März 1962 konstituiert sich der Volkshochschulausschuss unter Vorsitz des späteren ehrenamtlichen Landrats Horst Limper und ermöglicht umfangreiche Vorarbeiten für den offiziellen Beginn der Bildungsarbeit mit dem Herbstprogramm im September 1962.

 

In den ersten Jahren gilt die Volkshochschule weithin als ein Experimentierfeld. Gerhard Loewe baute als erster nebenamtlicher Leiter die Volkshochschule zwischen 1962 und 1973 inhaltlich und organisatorisch auf. Für Loewe ist Erwachsenenbildung „eine Antwort auf den Bildungsnotstand der Menschen“. Die Volkshochschule soll den Einzelnen das Sachwissen über die Zusammenhänge des Lebens und der Arbeit geben und die oft unübersichtlichen, realen Tatbestände in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft überschaubar zu machen. In dieser Zeit ist die Volkshochschule im Kreisgebiet mit sieben Bildungsstätten unter ehrenamtlicher Leitung organisiert. 1973 übernimmt Realschuldirektor Hans Pia die Aufgaben des nebenamtlichen VHS-Leiters. Kulturelle und politische Bildung steht im Mittelpunkt der VHS-Arbeit. Daneben spielen im Vorfeld der kommunalen Neuordnung Fragen der Struktur und Organisation der Erwachsenenbildung im ländlich strukturierten Kreis Olpe eine große Rolle.

 

Der 1. Januar 1975 markiert für die Volkshochschule eine wichtige Änderung. Das „Erste Gesetz zur Ordnung und Förderung der Weiterbildung im Land Nordrhein-Westfalen“ tritt in Kraft und führt zu einem fundamentalen Wandel im Blick auf die gesellschaftliche Aufgabe und Funktion der Volkshochschule. Dies schlägt sich sowohl in inhaltlichen Veränderungen der Angebote als auch in der institutionellen Struktur nieder. Den kommunalen Volkshochschulen kommt jetzt die Aufgabe zu, Weiterbildung als gleichberechtigten Teil des Bildungswesens so auszugestalten, dass sie mit einem flächen- und bedarfsdeckenden Angebot in sieben Sachbereichen die Grundversorgung der Bürgerinnen und Bürger sicherstellt. Für die Volkshochschule des Kreises Olpe bedeutet dies einen Umbau der Institution, eine Systematisierung der Angebotsstrukturen und eine Professionalisierung der Arbeit durch die besondere Förderung des pädagogischen Personals.

 

Als erster hauptamtlicher Leiter der Volkshochschule des Kreises Olpe tritt Klaus Droste am 1. Oktober 1975 den Dienst an. Vom Kultur- und Volkshochschulausschuss des Kreistages begleitet entwickeln die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der VHS für die Bürgerinnen und Bürger zweimal jährlich ein Studienprogramm mit einem breitgefächerten Angebot. Darüber hinaus fördert die VHS entsprechend dem Gründungsbeschluss des Kreistages von 1962 Angebote zur „Pflege der Volksbildung und des kulturellen Lebens im Kreis Olpe“. Sie  bietet kulturhistorische Studienfahrten an, veranstaltet Kammer- und Orgelkonzerte, gründet einen Kammerchor und eine Theatergruppe, organisiert eine Vielfalt von Kunstausstellungen und kulturellen Angeboten und fördert die Heimatarbeit sowie die mundartliche Sprache. Für diese Arbeit nutzt die Volkshochschule das 1953 als Landwirtschaftsschule konzipierte Gebäude in Olpe, Kurfürst-Heinrich-Straße 34. Hier und in den von den Städten und Gemeinden zur Verfügung gestellten Räumen realisiert die VHS ihr bürgernahes, differenziertes Programm.

Mit der zum 1. Januar 2000 in Kraft getretenen weiteren Novellierung des Weiterbildungsgesetzes verändern sich die Aufgaben der Volkshochschulen erneut. Während für die Weiterbildung generell noch ein umfassendes Bildungsverständnis definiert wird, schränkt das Gesetz unter dem Stichwort „Grundversorgung“ das „Pflichtangebot der Volkshochschulen“ ein und weist den Volkshochschulen vorrangig arbeitswelt- und berufsbezogene Qualifizierung sowie die politische Bildung als Aufgabenbereiche zu. Die persönliche, kulturelle und freizeitorientierte Bildung wird nicht mehr gefördert.

 

2004 übernimmt Dr. Martin Dust die Leitung der VHS. Zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unterstützt vom Landrat und dem zuständigen Ausschuss für Berufs- und Weiterbildung wird die VHS als kommunales Weiterbildungszentrum positioniert. Hilfreich ist dabei, dass 2005 die Verengung auf ein vorrangig berufsqualifizierendes Bildungsverständnis und die damit verbundene Instrumentalisierung der Volkshochschulen im Sinne der Arbeitsmarktpolitik und Ökonomisierung der Gesellschaft durch die Landesregierung relativiert wird. Ein ganzheitliches Bildungsverständnis definiert jetzt den Weiterbildungsauftrag der Volkshochschulen in Nordrhein-Westfalen für Allgemeinbildung, politische Bildung, kulturelle Bildung sowie berufliche Qualifizierung. Damit kann das traditionell gewachsene Programmprofil der VHS im Wechselspiel von Angebot und Nachfrage weiterentwickelt werden.

 

Im Dezember 2007 wird Jochen Voss, zuvor Leiter der Akademie Biggesee, an die Spitze der Volkshochschule berufen. Die in der gesellschaftlichen Bewertung mehr und mehr anerkannte Bedeutung des lebenslangen Lernens führt dazu, dass das vielseitige und moderne Bildungsangebot zu einem nachhaltigen Fundament der aktiven Bürgergesellschaft wird. Und - in einer sich immer komplexer entwickelnden globalisierten Gesellschaft zunehmend einen nicht zu unterschätzenden Standortfaktor darstellt. Daher sind die VHS und der Kreis Olpe als Träger jetzt bestrebt, zeitgemäße Bedingungen für erwachsenengerechte Bildung bereitzustellen und den Rahmen für gelingendes Lernen der Bürgerinnen und Bürger zu optimieren.

Es beginnen Planungen für einen Teilneubau und die Renovierung des Volkshochschulgebäudes. Schnell stellen sich die schlechte Substanz des alten Gebäudes und die Unmöglichkeit einer ökonomischen Bewirtschaftung heraus. Um am jetzigen Standort ein modernes und den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen entsprechendes kommunales Bildungszentrum zu schaffen, beschließt der Kreistag am 22.06.2009 den Abriss des alten Gebäudes und den Neubau eines Weiterbildungszentrums (WBZ), das barrierefrei der Volkshochschule, dem Berufskolleg und dem Weiterbildungskolleg neue Lern- und Verwaltungsräume bieten soll. Als attraktives Veranstaltungszentrum und einladender offener Lernort, in dem und von dem aus die Bürgerinnen und Bürger in den Städten und Gemeinden des Kreises Olpe kontinuierlich mit einem bedarfsgerechten und breitgefächerten Weiterbildungsangebot versorgt werden können, soll das WBZ den Raum für zukunftsweisende Diskurse zwischen unterschiedlichen Lernsituationen und Bürgergruppen schaffen.

 

Parallel entwickelt die VHS ein funktionsfähiges System des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung nach der DIN EN ISO 9001:2000 und wird 2009 erstmalig zertifiziert. Ziel dieses Qualitätsmanagementsystems ist die Sicherstellung und kontinuierliche Verbesserung aller qualitätsrelevanten Prozesse und Abläufe bei der Planung, Durchführung und Auswertung von Bildungsdienstleistungen. Um die Qualität gegenüber den Bürgern, den kommunalen Auftraggebern, den Firmen und Einzelkunden zu dokumentieren, wird das Qualitätsmanagementsystem von der akkreditierten Zertifizierungsorganisation der deutschen Wirtschaft, CERTQUA, auf der Basis des internationalen Standards DIN EN ISO 9001ff jährlich geprüft. Alle 3 Jahre finden umfangreiche Audits zur Rezertifizierung statt. Damit ist sichergestellt, dass das Qualitätsmanagementsystem der Volkshochschule des Kreises Olpe kontinuierlich und systematisch bewertet und verbessert wird, um zukunftsfähig und nachhaltig für die Bürger der Städte und Gemeinden des Kreises Olpe angemessene Qualitätsstandards bei der Organisation und Realisierung ihrer Bildungsangebote zu bieten.

 

Mit der Einweihung des neuen Weiterbildungszentrums am 22. September 2012 arbeiten Volkshochschule, Berufs- und Weiterbildungskolleg unter einem Dach. Die offene und transparente Architektur signalisiert: Alle sind eingeladen, ihre individuelle Chance zu nutzen. Das weitgehend verglaste Erdgeschoss bildet den barrierefreien Übergang vom öffentlichen Raum zur Weiterbildung. Gemeinsames Ziel der drei Lernorganisationen in Regie des Kreises ist es, jeder und jedem Einzelnen Chancen zu eröffnen, das Leben und Lernen, die eigene Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen und zu gestalten. Die versetzt angeordneten Obergeschosse verkörpern und beinhalten die Kursfunktionen. Die überkragende Konstruktion betont den Eingangsbereich und bietet gleichzeitig einen überdachten und geschützten Außenbereich. Das Konzept nutzt die vorherrschende Topographie und die teils beträchtlichen Höhenunterschiede auf dem Gelände. In Richtung Sozialfachschule und Schulhof werden durch die vorhandenen, bzw. angepassten Geländeverläufe zusätzliche Nutzflächen mit natürlicher Belichtung und Belüftung geschaffen. Die Freiflächen und der Schulhof werden neu gestaltet und gewinnen wohltuenden Aufenthaltscharakter. Dieses neue Weiterbildungszentrum ermöglicht nachhaltig und zukunftsweisend moderne Kurs- und Unterrichtsorganisation. Damit verbunden sind die Entwicklung neuer differenzierter Lernprodukte und der effizientere Einsatz von Personal- und Raumressourcen. Der Kreis Olpe hat hier ein klares Signal zur Bedeutung des lebenslangen Lernens gesetzt.

 

Veränderte Lebensbedingungen sowie neue gesellschaftliche Anforderungen und Möglichkeiten führen immer wieder dazu, dass sich die Bildungsbedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger in den Städten und Gemeinden des Kreises Olpe verändern. Die VHS des Kreises Olpe hat in ihrer mehr als 50jährigen Geschichte immer wieder neu auf gesellschaftliche Entwicklungen reagiert, sich ständig neu aufgestellt und das Angebot immer wieder neu den Anforderungen entsprechend gestaltet.

 

Deutlich wird dies an der Rolle der VHS bei der Integration von zugewanderten Menschen und der Hilfestellung bei der Eingliederung von Flüchtlingen. Unter dem Titel „Deutsch für Aussiedler, Asylberechtigte und Kontingentflüchtlinge“ begann am 2. Mai 1988 ein erster Sprachkurs „Deutsch als Fremdsprache“, den die Volkshochschule des Kreises Olpe in Kooperation mit dem Arbeitsamt Siegen, Regionalstelle Olpe, geplant, organisiert und durchgeführt hat. Mit 18 hochmotivierten Teilnehmenden, vornehmlich aus Russland und Kasachstan, begann eine langjährige und fruchtbare Zusammenarbeit zwischen der heute in „Bundesagentur für Arbeit“ (BA) umbenannten Behörde und der Volkshochschule. Im gleichen Jahr folgte noch ein weiterer Kurs, dessen Teilnehmerzusammensetzung mit dem ersten Kurs noch identisch war.

Der anfangs zögerliche Prozess der Einwanderung in die Bundesrepublik und in den Kreis Olpe nahm jedoch schon ein Jahr später Fahrt auf. Im Jahr 1989 mussten aufgrund der hohen Nachfrage bereits sechs Sprachkurse angeboten werden, die jeweils in voller Teilnehmerstärke an den Start gingen. Alle Kurse wurden mit einer umfangreichen Sprachprüfung auf dem Niveau B1 des heutigen Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) und einem Test zu Fragen der deutschen Geschichte, Kultur und Gesellschaft abgeschlossen.

Niemand vermutete zum damaligen Zeitpunkt, dass nach den beiden ersten Jahren noch weitere 15 Jahre folgen sollten, in denen die Anzahl der Sprachkurse auf insgesamt über 100 anwachsen sollte. Bei einem Durchschnitt von 20 Teilnehmenden in jedem Kurs erreichten die Sprachkurse, die in der Öffentlichkeit als „Aussiedlerkurse“ bekannt waren, über 2000 Menschen im Kreis Olpe. Der damit geleistete Beitrag zur Integration sowohl in die Gesellschaft als auch in den heimischen Arbeitsmarkt war signifikant.

Das System dieser Sprachkurse wurde dann im Jahr 2005 nach Inkrafttreten des „Gesetzes über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet“ (kurz: Aufenthaltsgesetz) abgelöst. Und auch in diesem Bereich der Integrationsarbeit hat sich die Volkshochschule des Kreises Olpe, diesmal mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als Kooperationspartner, engagiert. Der erste Integrationskurs, so der landläufig bekannte Titel dieser Sprachkurse mit angehängtem Orientierungskurs zu Gesellschaft und Leben in Deutschland, startete am 14. März 2005 und endete nach 660 Unterrichtsstunden mit der schon aus den „Aussiedlerkursen“ bekannten B1-Zertifikatsprüfung. Auch der Orientierungskurs wurde mit einem eigenen Test abgeschlossen und durch ein Zertifikat attestiert. Der Kontinuität des lebenslangen Lernprozesses einerseits und dem Willen der ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zur Integration andererseits verpflichtet, blickt die Volkshochschule auch in diesem Bildungssegment auf nunmehr 12 Jahre kooperativer Integrationsarbeit zurück. Mit nunmehr über 60 Integrations- und Orientierungskursen seit Inkrafttreten des „Aufenthaltsgesetzes“ führt die VHS die Tradition der zuverlässigen Partnerschaft mit dem BAMF und der BA fort.

Seit dem 1. September 2008 müssen Ausländer in Deutschland zur Einbürgerung einen bundeseinheitlichen Einbürgerungstest bestehen. Die Einzelheiten zur Durchführung des Testes werden in der Einbürgerungstestverordnung geregelt. Er besteht aus 33 Fragen aus einem Katalog von 310 Fragen, von denen 17 richtig beantwortet werden müssen. Mit einem Testangebot am 13. September 2008 war die Volkshochschule des Kreises Olpe die erste Weiterbildungseinrichtung in der Bundesrepublik, die diesen verpflichtenden Test durchgeführt hat. Entsprechend groß war das Interesse der Medien. Überregionale Rundfunk- und Fernsehanstalten sowie die Printmedien hatten sich angekündigt, um die Prüfungskandidaten nach ihren Eindrücken zu befragen. Nach gut 10 Minuten hatte der erste Kandidat den Test absolviert und ließ vor laufenden Kameras und eingeschalteten Mikrofonen verlauten: "Es ist sehr leicht gewesen. Ich glaube, ich habe 33 Richtige".

Seither führt die VHS jährlich bis zu sechs Einbürgerungsprüfungen durch, bestehend aus einem umfangreichen Sprachtest zur Niveaustufe B1 (GER) und dem eigentlichen Einbürgerungstest mit seinen 33 Fragen. Die Erfolgsquote bestandener Prüfung liegt bei über 80%, da viele Teilnehmende schon seit Jahren in Deutschland leben und mit Sprache, Gesellschaft und Kultur keine Berührungsängste mehr haben.

Den Herausforderungen der Gegenwart und jetzt den aktuellen Wanderungsbewegungen kommt die Volkshochschule immer wieder mit Angeboten zur Unterstützung der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern entgegen. Die jüngst angebotenen Fortbildungen zu Themen wie Sprachvielfalt und Sprachunterricht, Flucht und Trauma oder Verbraucherschutz werden mit großem Interesse aufgenommen und aufgrund der Nachfrage mehrfach wiederholt.

In Kooperation mit dem nordrhein-westfälischen Schulministerium werden zusätzliche, niederschwellige Sprachkursangebote aufgelegt, um neu zugewanderte Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren die ersten Schritte in einer neuen und fremden Sprache zu vermitteln. Dabei stehen die praxisbezogenen, alltäglichen Sprachverwendungssituationen im Vordergrund, die helfen sollen, den Alltag in Städten und Gemeinden sprachlich zu meistern.

 

Die sechs verschiedenen Programmbereiche, in denen sich die Weiterbildungsangebote wiederfinden, bilden eine breite Palette öffentlicher Weiterbildung ab. Unter den Kategorien Kultur und Gesellschaft, Kunst und Kreativität, Gesundheit und Ernährung, Sprachen und Integration, Persönliche und berufliche Bildung und junge VHS versammelt sich ein umfangreiches Angebot. Seine Veranstaltungsformen bedienen unterschiedliche Zeitfenster, es stellt sich in Lernumfang und Lernintensität als variantenreich dar und hält in der Entwicklung und Umsetzung von Digitalisierung, Inklusion und Integration mit seinen Angebotsinhalten gesellschaftsorientiert Schritt.

Besondere Formate wie Firmenschulungen, in denen Mitarbeitende im eigenen Team und im eigenen Haus individuelle Weiterbildung erhalten, dienen zur Sicherung von Fachkräften und damit dem Unternehmen und der Region.

„Weiterbildung auf Wunsch“ lässt die Bürgerinnen und Bürger zu Wort kommen und ein Fortbildungsthema initiieren, das für die eigene Gruppe von der VHS des Kreises Olpe geplant und organisiert wird. Die Bürgernähe zeigt sich hier auch in der Kursgestaltung.

Um das geeignete Bildungsangebot herauszufinden und damit ein hohes Maß an Lernzufriedenheit und Lernerfolg zu gewährleisten, bietet die VHS des Kreises Olpe den Service der Lern- und Weiterbildungsberatung an. Programmverantwortliche lotsen durch die Programmvielfalt und helfen bei der Kursauswahl. Dabei steht die Förderung des lebenslangen Lernens im Vordergrund.

Darüber hinaus fungiert die VHS des Kreises Olpe als Beratungsstelle des Landes Nordrhein-Westfalen für die Förderinstrumente „Beratung zur beruflichen Entwicklung“, „Bildungsscheck“ und „Bildungsprämie“. Hier wird das Weiterbildungsengagement der Menschen in unterschiedlichen Lebensbereichen unterstützt und berufsorientierte Weiterbildung oder Neuorientierung qualifiziert begleitet. Alle Beratungsangebote sind für die Bürgerinnen und Bürger kostenfrei.

 

Im Rahmen des regionalen Bildungsnetzwerkes werden zukünftig die Bildungsaktivitäten in den verschiedenen Lebensphasen und an den Übergängen koordiniert und gesteuert. Die VHS des Kreises Olpe wird sich engagiert beteiligen, um die Kooperations- und Vernetzungsstrukturen aller Bildungsträger im Kreis systematisch auf- und auszubauen sowie die Möglichkeit des lebenslangen Lernens im Kreis Olpe nachhaltig zu fördern. Dabei spielt die kommunale und kooperative Vernetzung mit den Städten und Gemeinden des Kreises Olpe eine herausragende Rolle. Zusammen gilt es, die Entwicklungsnotwendigkeiten der Weiterbildung im Kreis und vor Ort mit den gesellschaftlichen Erfordernissen der Zukunft zu verbinden.

 

Die Volkshochschule des Kreises Olpe wird auch zukünftig die einzelnen Bürger, bei der Entwicklung und Gestaltung der eigenen Lernbiographie begleiten, unterstützen und beraten, um den Anforderungen des ständigen lebenslangen und selbständig organisierten Lernens gerecht werden zu können. Mit der Angebotspalette und der regionalen Präsens steht die VHS des Kreises Olpe für Verlässlichkeit und Kundennähe. Sie ist Lernort und kultureller Treffpunkt für die Menschen im Kreis Olpe, unabhängig vom Bildungs- und Sozialstatus, von Religion und Weltanschauung. Sie fördert Engagement und Toleranz durch gemeinsames Lernen, sie ermöglicht Dialog und Begegnung von Generationen, Kulturen und Nationalitäten.

Flexibel und veränderungsbereit, vertraut mit ihrem Auftrag und der eigenen Geschichte wird die Volkshochschule des Kreises Olpe auch in Zukunft Bildung in öffentlicher Verantwortung als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge realisieren:

 

  • —  nah am Kunden

  • —  attraktiv in der Sache

  • —  präsent in den Städten und Gemeinden